Reisebericht Yangon - Myanmar

Drei Tage in Yangon und dann mit dem Schiff nach Pathein


Am 31.12.2011 um 18 Uhr flog ich mit 'Air Berlin' von Berlin nach Bangkok. Sylvester über der Ukraine und elf Stunden über den Wolken, danach drei Stunden Aufenthalt auf dem Airport in Bangkok und dann mit 'Bangkok Air' weiter auf die Insel 'Koh Samui', nochmal eine Stunde und fünf Minuten in der Luft ...

Meine Zeit auf 'Koh Samui' werde ich später in einem anderen Reisebericht genauer beschreiben, nur soviel sei hier schon mal verraten: Mein auf Unkenntnis basierendes Vorurteil von wegen 'Ballermann-Insel' muss ich zu ca. 80% revidieren, nur 20% der Insel sind tatsächlich total 'Tourismusverseucht'. Der Nordosten der Insel ist nix für mich, sondern eher was für Hardcore-Touristen mit einer Vorliebe für 'private' Strände, mit Sternen protzenden Hotels und jeder Menge Bars mit dem vollem Programm rund um das 'Samui Nightlife'. Die anderen 80% der Insel jedoch finde ich herrlich. Hohe Kokosnusspalmen stehen an ruhigen Bilderbuchstränden; so schaut es sowohl an der Süd- als auch an der Westküste aus. Es gibt kleine Dörfer, die völlig verpennt in der Sonne dösen, ebenso wie größere Ortschaften mit einer regen Betriebsamkeit. Die phantastische Flora und vielfältige Landschaft im Landesinneren hat mich wirklich erstaunt und überrascht. Demütig muss ich mir meine eigenen Vorurteile eingestehen. Aber wie gesagt, dazu später mehr ...

Mitte Januar 2012 flog ich Morgens um 6:40 mit 'Air Asia' von Bangkok nach Rangoon. Landung in Myanmar ca um 8:00 Uhr. Bei der Pass- und Gepäckkontrolle fielen mir die gestrengen Blicke der Beobachter hinter den Kontrolleuren zum ersten Mal auf. Als ich dann einige meiner Dollars in Kyars getauscht hatte, fuhr ich mit einem Taxi vom Airport zum Hotel, dem 'Classique Inn'. Dort hatte ich schon vor Monaten über das Internet ein Zimmer gefunden und auch gleich per E-Mail reserviert. Das war auch gut so, denn so ganz spontan und auf gut Glück hätte ich dort kein Zimmer mehr bekommen.

Classique-Inn

Classique Inn - Die ChefinIm 'Classique Inn' also erwartete mich dann ein freundlich, warmer Empfang, in bestem Englisch und mit ausgesuchter Höflichkeit, ein angenehmes, sehr sauberes Zimmer und ein ebenso sauberes Badezimmer mit Badewanne. Nachdem ich nur kurz meinen Koffer ausgepackt und einen Kaffee getrunken hatte, versuchte ich mit meinem Laptop eine WLan-Verbindung herzustellen, was mir aber einfach nicht gelingen wollte. Ich weiß bis heute noch nicht so genau warum (habe Windows zweimal hoch und runter gefahren und trotzdem funkte nix), denn am nächsten Tag klappte es dann auf Anhieb. Ärgerlich aber nicht zu ändern. Also orderte ich ein Taxi und besuchte ein Internet Café im Zentrum der Stadt.

Der Taxifahrer war während der Fahrt ziemlich stumm, konnte aber auch kaum ein Wort Englisch, in diesem speziellen Fall aber kein Problem, denn die nette Chefin des 'Classique Inn' hatte ihn ordentlich gebrieft und so wusste er genau wo es lang ging. Sein Auto hatte die guten Zeiten schon weit hinter sich gelassen, schlug sich aber dennoch recht tapfer und rollte langsam aber stetig durch den morgendlichen Verkehr von Yangon.

Mother Home - Internet & Email Centre in der Sule-Pagode-RoadIm 'Mother Home' Internet & Email Centre, ein Etage über dem 'Thousand Islands - Air Ticket Centre' in der Sule-Pagode-Road, funktionierte der Zugang zum Internet dann problemlos.

Soweit so gut und unkompliziert.

Ansonsten ist in Myanmar aber Nichts wirklich einfach und unkompliziert. Eine ausufernde Bürokratie, angestrengte Disziplin und Mehrfachkontrollen zu jeder Zeit, an jedem Ort und bei jeder Gelegenheit, sind auf die Dauer schon in der Lage einem den Spaß am Urlaub zu verderben. Jeder Burmese verhält sich möglichst kontrolliert und vorsichtig, das allgemeine Misstrauen gegen alles und jeden ist groß. Weil die Menschen aber an sich so offen, nett und lieb sind, wirkt diese paranoide Spannung um so grotesker.

Damit kommen wir nun gleich vorab zu meinen wichtigsten Kritikpunkten am Urlaubsland Myanmar:

1.) Da es fast keine Geldautomaten gibt (nur in ein - drei Hotels in Yangon ist die Verwendung von Kreditkarten, gegen 8-10 % Provision möglich) und Reiseschecks nicht akzeptiert werden, muss der Reisende alles Geld in bar mit sich herumtragen und darf auch nur bei einigen lizenzierten Banken seine Dollars oder Euros in heimische Kyar wechseln lassen. Diese wenig erquickliche Prozedur mit mindestens vier bis fünf Beteiligten, die sich gegenseitig kontrollieren und immer wieder die fremden Geldscheine auf ihre Echtheit überprüfen, dauert im günstigsten Fall eine halbe Stunde. Aber das Geldwechseln hält sich eh in Grenzen, Touristen 'dürfen' eigentlich fast immer und reichlich in guten, harten US-Dollar zahlen.

2.) Nur wenige Hotels haben eine Lizenz, um Zimmer an Ausländer zu vermieten. Diese Lizenzinhaber langen dafür aber um so besser zu. Alles was Touristen brauchen ist ca. 30% teurer als z.B. in Thailand. Kostet ein Bungalow mit Klimaanlage, am Strand in Thailand 15 - 20 Euro, sind es in Burma 20 – 30 Euro, aber ohne Klimaanlage.

3.) Ausländer dürfen offiziell weder Mopeds noch Autos mieten, der 'Internationale Führerschein' wird nicht anerkannt. So ist der Gast wahlweise auf Mopeds mit Chauffeur, Taxis oder Busse angewiesen. Busfahren, okay, ist ja kein Problem, wäre da nicht das allgegenwärtige Verständigungsproblem.

4.) Die in der breiten Bevölkerung nur selten anzutreffenden Englischkenntnisse machen das Reisen in Birma ziemlich beschwerlich. Einen Busfahrer nach dem Weg fragen kann man sich getrost sparen und lieber gleich wieder ein Taxi nehmen. Gleich als erstes sollte gecheckt werden, ob der Fahrer sich auskennt, die Karte lesen kann oder vielleicht sogar ein wenig Englisch versteht.

Unterwegs, auf dem Boat nach Pathein, habe ich ein nettes Pärchen aus Freiburg getroffen, die Beiden waren schon seit den 70er Jahren immer wieder in Birma unterwegs. Die berichteten mir, dass die Englischkenntnisse damals wesentlich verbreiteter und besser waren als heutzutage. Das nennt man dann wohl planmäßige Abschottung durch gezielte Nicht-Bildungspolitik.

Nun habe ich aber genug herumgenörgelt; Myanmar ist ein wunderbares Land und in ein paar Jahren werden es alle Asientouristen lieben. Die Blockademilitärs werden ausgestorben sein und ein frischeres Lüftchen wird auch durch die hinteren Winkel der Verwaltungsbürokratie wehen ...


Die Swedagon Pagode und der Hafenmarkt (Flashanimation)

Als ich kurz vor Mittag mit dem Stadtplan in der Hand aus dem Internet Cafe nahe der Sule-Pagode kam, mich nach links und rechts umschaute, um mich zu orientieren, sprach mich ein netter, älterer Herr an, ob er mir eventuell behilflich sein könne. Ich fragte ihn nach dem Weg zum Hafen und er bot mir umgehend seine Dienste als ortskundiger Begleiter an. Normalerweise verzichte ich ja dankend auf einheimische Reiseführer, aber in Myanmar erschien es mir schon sehr ratsam, jemanden an der Seite zu haben der sowohl Burmesisch als auch Englisch spricht. Also ließ ich mich von ihm zum Hafen geleiten. Auf dem Weg dorthin führten wir unsere Preisverhandlungen: 'Sie geben mir so viel wie Sie für richtig halten' war seine Antwort auf meine Frage, wieviel er denn für seine Dienste verlangen würde. Mein Gegenvorschlag lautete 'Ich gebe Ihnen 5 Dollar und Sie begleiten mich nur solange, wie Sie es für 5 Dollar tun wollen'. Er schaute mich etwas gequält an, nickte aber dennoch zustimmend.

Meine Karte von Yangon bei Google Maps

Im Hafen von RangoonDas pralle Leben in China Town und die wuselige Geschäftigkeit am Hafen hatten es mir sofort angetan. An jeder Ecke gab es interessante Dinge zu sehen, zu riechen und zu schmecken. Lauter leckere Sachen, die meisten waren mir bis dahin völlig unbekannt. In den Restaurants und bei den Garküchen saßen die Menschen und liessen sich bekochen, exotische Gerüche zogen durch die Straßen und verführten mich alle paar Meter erneut zum Naschen.

Im Büro des Hafenmeisters vom 'Wardan Jetty' in der 'Lan Thit Street' angekommen, kaufte ich dann das Ticket für die ca. 17 stündige Bootsfahrt nach Pathein und reservierte mir auch gleich ein Bett in einer der zwölf oder vierzehn Kabinen an Bord. Mr. Hillary Newton, so hatte sich mein Begleiter sehr korrekt und förmlich vorgestellt, war schon bei dieser ersten Aktion äußerst hilfreich. Frauen am StraßenstandIch konnte allerdings nicht, wie geplant, schon am nächsten Tag an Bord gehen, sondern bekam nur noch ein Kabinen-Ticket für den übernächsten Tag. Na okay, denn ohne Kabine und Bett, nur mit 'ner Bambusmatte auf dem Unterdeck, für solche Aktionen bin ich nun wirklich nicht mehr jung und verrückt genug. Dann folgte noch die allgemein übliche Portion Bürokratie, Reisepass abschreiben und Fragen stellen: Wo wohnen Sie? Wo wollen Sie hin und wie lange? Wo werden Sie dort wohnen? Wann verlassen Sie das wunderschöne Myanmar und wohin fliegen Sie? Wann werden Sie wieder in Deutschland sein? etc. ???

Eigentlich wollte ich nur 2 Tage in Yangon verweilen und dann in den Westen des Landes weiterreisen, aber Yangon ist eine wirklich schöne Stadt und so war es vollkommen okay für mich noch einen weiteren Tag dort zu verbringen.


Kandwgyi Lake und Sule Pagode (Flashanimation)

Hillary NewtonVergoldeten Pagoden und anderen religiösen Heiligtümern kann ich zwar persönlich nicht so richtig viel abgewinnen, aber mein Begleiter Mr. Hillary Newton (tel: 0949266114) schwärmte derart von dem liegenden Buddha, dass ich doch neugierig wurde. Dieser liegende Buddha ist tatsächlich sehr imposant, 60 Meter lang, fast 20 Meter hoch und mit viel Blattgold verziert, liegt er da und lächelt. Die Gläubigen besuchen ihn, knien vor ihm nieder und offenbaren ihm ihre geheimsten Träume und Wünsche. Nach unserem kurzen Besuch beim liegenden Buddha und der Klosterschule nebenan, lud ich Mr. Hillary Newton zum Essen ein und er lotste mich zurück nach China Town in ein kleines Restaurant, in einer der unzähligen Nebenstrassen. Das Essen war einfach gut, die Kellner flink und nett und die Szene rundherum sehr lebendig, bunt und interessant. Yangons China Town hatte mich wieder nicht enttäuscht und mein Stadtführer war wirklich sein Geld wert.

Nach dem Essen machten wir dann einen Spaziergang im Bogyoke Park, auf der nördlichen Seite des Kandwgyi Lake, einem der Parks bei den zwei großen Seen mitten in der Stadt. Auf diesem See schwimmt, auf dem Rücken zweier riesiger, goldener Enten, ein ebenso riesiges, goldenes China-Restaurant. An den weitläufigen Ufern des Sees gibt es jede Menge Seerosen, bunte Blumen und andere hübsche Gewächse. Auf den Wegen wandeln verliebte Pärchen vorbei an den kleinen Restaurants und Verkaufsläden oder sie sitzen, züchtig händchenhaltend auf den Bänken und Wiesen unter den Bäumen des Parks.

Bogyoke Park

Alles in Allem herrscht in diesem Park bei dem kleineren der beiden Seen in Yangon eine sehr angenehme, ruhige und romantische Atmosphäre. Im Veranstaltungsbereich des Parks ging es dann etwas lauter zu; hier spielten die Kids irgendetwas zwischen Karaoke-Castingshow und Bingo oder so, auch Mr. Newton war ganz bei der Sache und summte fröhlich mit ;-)

Bogyoke Aung San MarketEin Muss für jeden Touristen ist, laut Mr. Hillary Newton, der 'Bogyoke Aung San Market' an der Bogyoke Aung San Road, nordöstlich vom Hafen und von Chinatown gelegen. Dort kann man alles bekommen, was das Kunsthandwerk des Landes zu bieten hat. Textilien aller Art, Stein-, Holz- und Bambusarbeiten, die berühmten, bunten Papierschirme aus Pathein, edle Steine, Jade sowie Gold- und Silbergeschmeide, Lackdosen und Marionetten in allen Größen und Formen uvm. Auch dieser Tipp von Mr. Hillary Newton erwies sich als ausgesprochen gut und nützlich. Den ganzen, restlichen Nachmittag habe ich mich in diesen Markthallen herumgetrieben, mir alles angesehen und alles erklären lassen. Gekauft habe ich jedoch an diesem ersten Tag garnichts, nur geguckt.

Am späten Nachmittag habe ich meinem Begleiter die vereinbarte Summe plus Bonus, insgesamt etwa 10 Euro, in die Hand gedrückt und mich von Ihm verabschiedet. Er war anscheinend zufrieden mit dem Tag, schrieb mir noch seine Adresse und Telefonnummer auf und zog von dannen. Ich schnappte mir ein Taxi, fuhr ins Hotel und schlief gut und fest.

Bogyoke Aung San MarketAn meinem zweiten Tag in Yangon kaufte ich im Bogyoke Aung San Market einen halben Koffer voll mit Oster-, Geburtstags- und Weihnachtsgeschenken für die Liebsten, geschnitzte Sandel- und Teakholz-Kugelschreiber, Dosen, Jadekettchen und auch ein paar Marionetten.

Glücklicher Weise befindet sich direkt östlich von den Markthallen der 'Money Change Counter' der Yoma Bank, dort konnte ich mich mit ausreichend heimischer Währung ausstatten lassen. Eine sehr aufwendige Aktion mit einer Dolmetscherin, einer Kassiererin, zwei Geldnachzählern, mehreren sehr aufmerksamen Beobachtern und einem Menschen, der den Pass abschrieb und die üblichen Fragen stellte: Wo wohnen Sie? Wo wollen Sie hin und wie lange? Wann verlassen Sie das wunderschöne Myanmar und wohin fliegen Sie? Wann werden Sie wieder in Deutschland sein? etc. ???

Die Bootsfahrt nach Pathein

Um 16:30 Uhr am Nachmittag meines dritten Tages in Myanmar, ging ich dann an Bord des Flussdampfers, der mich nach Pathein bringen würde.

Gegenverkehr

Am 'Wardan Jetty' Pier herrschte reges Treiben, das Einladen der Waren in den Bauch des Schiffes war in vollen Gange und ich musste auf den engen Gängen des Unterdecks mehrmals schwer beladenen Lastenträgern ausweichen. Ein Matrose öffnet mir die KabineSo stolperte ich die Treppe hoch auf das Oberdeck und einer der Matrosen öffnete mir meine Kabine.

Die Kabine war nur halb so schlimm wie ich es mir hatte erzählen lassen, es gab nur eine Spinne dort und die saß in ihrem Netz am Fenster neben der Tür und wartete auf Moskitos, weit entfernt vom Fußende meines Bettes. Es gab zwei Betten in der Kabine und dazwischen eine uralte Kommode, die wohl nur deshalb nicht in sich zusammen fiel, weil sie zwischen den Betten eingeklemmt war. Auf dieser antiken Kommode stand mittig ein Ventilator der, wenn er eingeschaltet wurde, locker den Schiffsdiesel übertönte. Der Boden war noch feucht vom Wischen, die Betten waren tatsächlich frisch bezogen, die Kommode, der Ventilator sowie die Wände jedoch, hätten eine intensive Grundreinigung bitter nötig gehabt.

Der Matrose, der mir die Kabine geöffnet hatte, war erst einmal ziemlich irritiert, als ich ihn nach Putzmitteln fragte. Dann als er kapiert hatte, bzw. ich es endlich geschafft hatte mich verständlich zu machen, gab er mir einen speckigen Lappen und ein kleines Stück Seife. KabineAlso seifte ich den Lappen mehrmals hintereinander ordentlich ein und wusch ihn zwischendurch immer wieder aus. Der arme Mann stand fassungslos neben mir und wunderte sich wohl über die Verschwendung von so viel Wasser und Seife. Dann, als ich eine Hälfte des Lappens nochmals eingeseift hatte und los zog, lief er neugierig geworden hinter mir her, um zu schauen was das wohl werden würde. Er stand, noch immer ziemlich fassungslos, in der Tür der Kabine und staunte nicht schlecht, ein westlicher Tourist der die Kabine putzt ... 'Die spinnen die Touristen, ganz besonders die Deutschen'.

Ich scheuerte also, soweit es mir möglich war, den zarten, klebrigen Dreckfilm von den Oberflächen der Kommode und des Ventilators, legte Kamera, Tabak, Feuerzeug, Wasserflasche und ein Buch neben den Ventilator, bevor ich dann meine Taschen in den Tiefen der Kommode verstaute.

Als ich wieder aufschaute, stand da ein alter Burmese mit offenem Mund neben dem, inzwischen lose gefassten, Matrosen. Ich grüßte aber nur kurz, faltete den Lappen neu und ging die Wand am Kopfende meines Bettes an. Minuten später, als ich von dem Lappen abgelassen und ihn in die Ecke neben der Tür geworfen hatte, war der Matrose verschwunden, der Opa hatte sich auf dem zweiten Bett eingerichtet und qualmte genüsslich vor sich hin. Ich ging vor die Kabine und wusch mir die Hände mit dem Wasser aus meiner Flasche, dann setzte ich mich ebenfalls auf mein Bett und drehte mir eine Zigarette. So saßen wir da, der Burmese und der Tourist, in unserer kleinen Kabine und rauchten schweigend, schauten dabei aus der offenen Tür und schickten ab und an einen Blick aus den Augenwinkeln auf den neuen, exotischen Nachbarn.

Der alte Mann hatte etliche Plastiktüten, Pakete und Taschen auf und unter seinem Bett verstaut, er selbst lag mehr als das er saß mittendrin und machte einen sehr entspannten, zufriedenen Eindruck. Als ich meine Zigarette ausgedrückt hatte, nahm ich mir eine Mandarine aus der Kommode und bot meinem Nachbarn auch eine an. Er nahm sie dankend an und lächelte dabei mit jeder Falte seines Gesichts. Die Mandarine war gegessen, ich stand auf, schnappte mir den alten Lappen vom Boden und gab meinem Zimmergenossen zu verstehen, dass ich bald wieder da sein würde. Er nickte zustimmend. Dann brachte ich den speckigen Lappen zurück und wusch ihn wieder ausgiebig, bevor ich ihn zum Trocknen aufhängte. Inzwischen war der Matrose nicht mehr ganz so irritiert. Während ich den Lappen auswusch deutete er einladend auf einen Eimer voller dreckiger Lappen, ich grinste ihn ebenso breit an wie er mich, lehnte aber dankend jede weitere Zusammenarbeit ab.

Der Pier von oben

Unten auf dem Pier waren einige Frauen und verkauften Süßigkeiten, Früchte, Wasser und Gebäck. Ich ging also nochmal von Bord und kaufte mir eine Portion Reis mit Fleisch, Soße und Gemüse, setzte mich auf das Geländer des Piers und ließ es mir schmecken. Das Essen in Myanmar hat mir eigentlich immer geschmeckt, egal ob auf der Straße oder im Restaurant, je nach dem wer in der Küche steht, hat das Essen manchmal eher einen indischen, chinesischen oder thailändischen Touch. Nach dem Essen kaufte ich noch etwas Gebäck, ein paar Nüsse, Früchte und zwei Flaschen Wasser, denn schließlich standen mir 17 Stunden auf dem Schiff bevor. Kaum das ich meine Einkäufe in der Kabine verstaut hatte, ertönte die Schiffshupe und nur ein – zwei Minuten später setzte sich das Schiff langsam aber sicher in Bewegung.


Der Twante Kanal - Von Yangon Richtung Westen (Flashanimation)

Ich ging, mit meiner Kamera im Anschlag, an die Reling und schaute mir die Szenerie im Lichte der untergehenden Sonne an. Das Schiff stampfte aus dem Hafen, überquerte den 'Yangon River', hinter uns im Nordosten der 'Maw Tin Jetty' Pier und die Silhouette von Yangon, vor uns im Südwesten die Einfahrt des 'Twante Canal'. Es war schon fast 17:30 Uhr und ich vermutete, dass das Licht nur noch für höchstens 1/2 Stunde ausreichen würde, also machte ich schnell noch ein paar Bilder bevor es zu dunkel wurde.

Meine Karte von Yangon bei Google Maps

weiter zum zweiten Teil

Reisebericht Myanmar - Pathein - Ngwe Saung Beach


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Etliche meiner Bilder finden Sie auch bei Panoramio

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