Reisebericht Angkor Wat

Per Schnellboot von Phnom Penh nach Siem Reap


Der Flug von Bangkok nach Phnom Penh dauerte nur rund eine Stunde und die Passkontrolle ging auch recht zügig von statten. Tuk-Tuk in Phnom PenhProblemlos, wie es sich immer wieder bestätigen sollte, geht alles recht schnell und einfach in Kambodscha. Also schnappte ich mir meine 7 Sachen und rauschte an den Vermittlern am Ausgang des Flughafengebäudes vorbei, direkt zu den dort wartenden Tuk-Tuks. Ich guckte mir den sympathischsten Fahrer aus und nach kurzer Verhandlung ging es los Richtung City.

Ein paar Tage zuvor hatte ich mit wenigen Klicks über das Internet ein supergünstiges Hotelzimmer reserviert und auch das Einchecken in dieses Hotel war kein Problem. Obwohl der Manager gerade nicht da war, Pass kopieren und Bürokratie erledigen? 'Later, Manager back'. Der freundliche Mensch rollte meinen großen, schweren Koffer in das bestellte Zimmer und hievte ihn auf eine Anrichte. Dann fragte er mich, mit Händen und sehr freundlichen Augen, ob ich eventuell einen Kaffee oder einen Tee trinken wolle, ich nickte 'Kaffee' und er drückte den Knopf am Wasserkocher. Mit seinen Augen lenkte er meinen Blick zu den Tassen, Löffeln und auf die '3 in 1 Instantkaffeebeutel'. Ich war angenehm überrascht, alles klappt wie am Schnürchen und der Service ist ebenso unkompliziert wie aufmerksam, der '3 in 1 Instantkaffee' ist der übliche Touristen-Standard in Asien und sei daher verziehen.

Fahrradrikschas und Tuk-Tuks bewegen Phnom-Penh

Nachtmarkt am Tonle-Sap RiverNachdem ich mich also in meinem supergünstigen, fensterlosem Zimmer häuslich eingerichtet hatte, die Hemden auf die Bügel gehängt, das Notebook an die Leine gelegt, das WLan Passwort eingetippt, der Mail-Account gescheckt und der Kaffee getrunken war, begab ich mich zur Rezeption und fragte nach der Küche des Hauses. Sofort sprang der Mensch hinter dem Tresen hervor und geleitete mich zum Aufzug, drückte auch noch den richtigen Knopf für mich, so dass der Aufzug mich, gänzlich ohne mein eigenes Zutun, flugs in das Restaurant transportierte. Dort angekommen suchte ich mir einen Tisch mit gutem Überblick und beobachtete von dort aus, wie die beiden Kellnerinnen das 'Fell des Bären' unter sich aufteilten. Der Bär in diesem Bild das war wohl ich, der einzig anwesende Gast und das Fell, das zu erwartende Trinkgeld. Es war nur ein kurzer Augenblick und ich dachte 'Hoffentlich gibt das keine Beisserei'. Aber weit gefehlt, die Beiden rissen sich selbst, nicht gegenseitig, beide Beine aus um es mir ja recht zu machen. Nett, zurückhaltend aber stets aufmerksam und bereit zum Sprung. Das Essen war gut und reichlich und entsprechend gab ich auch das Trinkgeld.

Abends in Phnom-Penh, ein sehr sympathisch windschiefes Khmer-Geisterhäuschen ...

Als ich aus dem Aufzug trat, kam ein freundlicher junger Mann auf mich zu und gab sich als der Manager zu erkennen. Also drückte ich ihm meinen Pass in die Hand und ruckzuck war auch der bürokratische Teil der Geschichte erledigt, ich mußte eigentlich nur noch unterschreiben. Süßigkeiten und Würstchen, friedlich nebeneiander, auf dem NachtmarktDer Manager sprach ein brauchbares Englisch und gab mir auch sogleich ein paar Tipps wie ich Nachts in Phnom Penh gut über die Runden kommen würde. Ich versprach ihm gut auf mich aufzupassen und bat ihn noch mich morgens um 5 Uhr wecken zu lassen. Leicht Paranoid von den vielen guten Tipps zum gefährlichen Nightlife von Phnom Penh, dachte ich, 'Ok, gehe ich also nur noch einmal um den Block und dann ins Bett. Wer schläft der sündigt nicht und muss auch nicht sonderlich wachsam sein'.

Dachte ich, doch dann stolperte ich plötzlich über den Nachtmarkt direkt am Tonle-Sap River und alle guten Vorsätze waren schnell vergessen. Diese Nachtmärkte in Asien haben es mir doch ziemlich angetan, alles ist noch entspannter als tagsüber und es gibt so viel zu sehen.

Trotzdem klingelte unerbittlich und pünktlich um 5:00 das Haustelefon und bald darauf auch mein Wecker. Raus aus dem Bett, unter die Dusche und hinein in die Klamotten. 30 min. nach dem Wecken ging ich dann ein Nudelsüppchen frühstücken und ein paar Kleinigkeiten einkaufen, Erdnüsse, Cookies und ein paar Wasserflaschen. Zurück im Hotel schnappte ich mir meinen Koffer und den Notebooktrolley, warf nochmals einen Blick durchs Zimmer und trollte zum Ausgang.

Unten wartete schon der Fahrer vom Vortag und sein Tuk-Tuk scharrte ungedulig mit den Hufen. Also ging es flink, rechts, links, rechts, durch die noch relativ leeren Straßen von Phnom Penh und dann, als wir die schmalen Gassen hinter uns gelassen hatten, ging das Tuk-Tuk über in den zügigen Galopp, den breiten Boulevard entlang des Tonle Sap Rivers in Richtung Hafen. Morgens um halb sieben, stellte ich wieder einmal fest, fegen scheinbar alle Menschen weltweit die Bürgersteige vor ihren Häusern und die Welt ist noch ziemlich in Ordnung.

Wenige Minuten später wurde ich am Büro des Hafenmeisters abgesetzt und nur Sekunden später hielt ich mein 35 Dollar-Ticket für das Schnellboot nach Siem Reap in der Hand. Meinen großen Alukoffer hatte sich schon jemand auf den Kopf gewuchtet und marschierte damit vor mir her. Auf der ebenso steilen wie rutschigen Rampe aus geriffelten Metallplatten runter zum Fluß, setzte ich mich prompt erstmal auf den Hintern. Sch... wie peinlich, aber alle Anwesenden taten so als schauten sie gerade irgendwo anders hin. Sehr nett und rücksichtsvoll, kleinerlei Gesichtsverlust - Nirgends.

Auf dem Tonle-Sap River

Das Schnellboot wirkte auf mich wie ein in die Länge gezogener Reisebus, halb unter Wasser. Das Gepäck der ca. 80 bis 90 Passagiere wurde oben auf dem Dach, hinter der 'Fahrerkabine', sicher verstaut und zusammen geschnürt. Pünktlich gegen 7:30 legte dieser schwimmende Reisebus dann vom Pier ab und beschleunigte auch schon bald auf seine normale, nicht unbeträchtliche Reisegeschwindigkeit. Unter Deck richtete ich mich so gut es ging auf und um meinem Sitzplatz herum ein, stopfte meinen Trolley irgendwie unter den Sitz und machte die Kamera einsatzbereit.

 


Von Phnom Penh nach Siem Reap (Flashanimation)

 

Das sich die Fenster nicht öffnen lassen würden, hatte ich schon beim Einsteigen mit einem unguten Gefühl registriert und so begab ich mich also auch bald nach oben auf Deck. Dort gab es zwar keine bequemen Sitze, aber einen frischen Fahrtwind um die Nase und den direkten Kontakt zu den mich umgebenen Elementen. Besser als unter Deck eingepfercht mit 80 Leuten und nur zwei schmalen Schotten um dort, im Falle eines Falles, raus zu kommen.

An dieser Stelle möchte ich Ihnen das 1. Kambodscha Video - Mit dem Schnellboot von Phnom Penh nach Siem Reap - empfehlen.

Draussen brannte heftig die Sonne auf uns nieder und wegen des frischen Fahrtwindes merkte man das nicht sofort. Mein Hut und die Sonnenschutzcreme haben mich wohl vor Schlimmerem bewahrt.

Endphase der Schnellbootfahrt auf dem Tonle-Sap-Lake erreicht

So einige meiner Mitreisenden schienen jedoch schon bald ziemlich durch den Wind, ob das nun mit der heißen Sonne, dem warmen Bier oder mit der allgemeinen Unverträglichkeit von Seereisen, sprich der Seekrankheit zu tun hatte, weiss ich nicht, vermutlich aber trug das alles etwas mit dazu bei. Ich hatte vorgesorgt und teilte meine Kekse und Erdnüsse lieber direkt mit den Fischen. Mit meinen 2 x 1,5 Litern Wasser war ich auch zum Glück nicht auf die, an Bord verfügbaren, Bierdosen angewiesen.

Siem ReapNach ca. 6 Stunden hatte die heiße Fahrt dann ein Ende und unser Schnellboot wurde die letzten Meter bis zum Anleger, in den Hafen geschleppt. Also schnell runter von Bord und ein paar Bewegtbilder vom Entladen machen. Eh' ich mich versah musste ich auch schon meinem Koffer hinterher hechten, denn der hatte sich, schon wieder auf dem Kopf irgendeines Burschen, davon gemacht. Der junge Mann trabte die, gefühlten einhundert, Stufen locker hoch und hängte mich dabei ebenso locker ab. Als ich dann endlich hechelnd oben angekommen war, sah ich meinen Koffer schon, leicht gelangweilt, auf einem Tuk-Tuk warten. Diese sportliche Niederlage kostete mich zusätzlich auch noch 3 Dollar für den Kofferträger. Was aber völlig ok ist, für 3 Dollar hätte ich den 20 kg Koffer nicht selber die Stufen hoch tragen mögen. Den Wettlauf mit den anderen Touristen um das erste und beste Tuk-Tuk hatte ich auf diese Weise auf jeden Fall lässig für mich entschieden und kam zügig vom Hafen weg. Eindeutig im Vorteil ist, wer als Erster, vor den ca. 50 anderen Tuk-Tuks, auf den roten, staubigen Sandwegen unterwegs ist, er hat die Staubwolke hinter sich. 15 - 20 Minuten später und 7 Dollar ärmer, trudelte ich bei meinem Hotel in Siem Reap ein. Das Einchecken ins Hotel ging wieder schneller als ich dachte und wieder war mein Koffer schneller oben als ich. Die Standardprozedur des Kofferausräumens, Notebookaufzäumens, Kaffetrinkens etc. erspare ich mir und Ihnen, es ist ja doch immer wieder das Gleiche, nur das WiFi-Passwort ist immer ein anderes, aber meistens ist es die Telefonnummer des Hotels.

'Garden House Guesthouse' einfach und gut Übernachten - 129 Wat Bo Street, Wat Bo Village, Salakamroeuk Commune Siem Reap, Cambodia +855 16 411 191 

Dieses Hotel, das 'Garden House Guesthouse' in der Wat Bo Road 129, hat keine eigene Küche, aber dafür gibt es ein sehr gutes Restaurant, das 'STAR RICE Restaurant', in ortsüblicher Wellblech-Architektur, direkt auf der anderen Strassenseite. Das Chicken-Amok erhielt mein 'Prädikat wertvoll' und alle Restaurants in Kambodscha müssen sich seither an dieser Küche messen lassen. Die Wände des Restaurants sind übersät mit Widmungen zufriedener Kunden, wirklich eindrucksvoll und dabei so unscheinbar, ein kulinarisches Highlight in Siem Reap.

Das 'Star Rice' Restaurant in Siem Reap

Dort saß ich also und nuckelte, zum Nachtisch, an einem frischen Pineapple-Shake, als eine Gruppe chinesischer Touristen einfiel. Die arme Khmerfamilie wurde mit Bestellungen zugebrüllt und war sichtlich überfordert von der Invasion. Die Mutter war schon in der Küche verschwunden, der Papa jedoch blieb cool, nahm seine zwei Kinder beiseite und fing an sich zum buddhistischem Gruße zu verneigen. Die beiden Kinder schauten kurz zum Vater und taten es ihm gleich. Es dauert so ca. 6 bis 8 Verneigungen bis die wilde Horde, Einer nach der Anderen ebenfalls die Handflächen aneinander legten und sich still verneigten. Zwar nur für kurze Zeit, aber dennoch, es war Ruhe eingekehrt. Nun erst rückte der Papa die Speisekarten heraus, verteilte sie auf dem Tisch und die Kids nahmen, mit einer Engelsgeduld, die Bestellungen auf. Ich war ja schon vorher begeistert von Mutterns Kochkünsten, nun aber war ich gänzlich geplättet von der ganzen Familie. Solch eine überzeugende Darbietung der souveränen Macht innerer Ruhe ...! Ich hätte beinahe laut 'Om' gesagt, aber da war es auch schon vorbei und der Lautstärkepegel stieg wieder auf normales, chinesisches Gruppenniveau, also Ohrenbetäubend.

Ich stand auf und brachte mein Geld direkt zum Vater an den Tresen, denn ich hatte einfach keine Lust, bei dem Lärm, auf die Rechnung zu warten und machte statt dessen lieber noch einen kleinen Spaziergang durch das 'Wat Bo Village', bevor ich mich in die Waagerechte begab.

Angkor Wat

Am Morgen des nächsten Tages, das Nudelsüppchen im 'Star Rice' war gut, gegessen und bezahlt, winkte ich mir eines der wartenden Tuk-Tuks heran. Drüben vor dem 'Garden House Guesthouse' stehen immer zwei bis drei Tuk-Tuks und warten auf 'die Fahrt des Tages'. Speziell diesen Fahrer hatte ich mir ausgeguckt, weil er als einziger nicht jeden vorbeigehenden Touristen angequatscht hatte. Mit ihm machte ich also den folgenden Deal: 'Angkor, how much?' - 'How long?' - 'I dont know, maybe 4-5 Hours' - 'In 6 Hours you can visit Angkor Wat, Bayon and Ta Prohm.' - 'Ok, that will be enought for one day. How much?' - '15 Dollar.' Der Preis war korrekt und genau so wie in den Reiseführern angegeben. Also Los oder, in meinem bestem Pidgin denglish, 'Ok, lets go'.

 


Angkor Wat, Bayon und Ta Prohm (Flashanimation)

 

Nach nur etwa 5 Kilometern Fahrt mit dem Tuk-Tuk über die 'Avenue Charles de Gaulles' erreichten wir auch schon den Eingangs-, besser gesagt den Kassenbereich der Tempelanlagen. Die Einreiseformalitäten am Flughafen waren auch nicht strenger. Hier wie dort wird mit einer Webcam ein Foto von dem, um Zugang bittenden, Touristen geschossen und ein vierfarbiges, nicht übertragbares, passähnliches Dokument mit Bild ausgedruckt; Viele Touristen am chinesischen Neujahrs WochenendeDie Eintrittskarte! Diese Eintrittskarte wird dem Inhaber unter Entgegennahme von läppischen 20 Dollar (genau wie das Visa bei der Einreise), von einer sehr ernst aus der Uniform schauenden Dame, feierlich überreicht. Puuh, diese Eintrittskarte gibt einem schon das Gefühl etwas ganz Besonderes zu sein, niemals werde ich die wegschmeissen. Ruck zuck ging es weiter, nochmal 5 Kilometer und wir standen an dem Wassergraben der den Tempel 'Angkor Wat' umgibt. Ich stieg aus dem Tuk-Tuk und der Fahrer verabschiedete sich mit den Worten 'I'll see you' - 'Ähh', dachte ich 'I hope so'. Er hatte sich ein feines Schattenplätzchen ausgeguckt und legte sich nach getaner Arbeit hinten im Tuk-Tuk nieder. Ich suchte mir meinerseits auch einen netten Schattenplatz um die ersten Fotos zu machen und um mir eine Strategie zu überlegen, wie ich neben, mittendrin und zwischen tausender anderer Touristen das Sightseeing heil überstehen könnte.

Es war ja meine eigene Schuld, wie konnte ich auch nur so blöd sein und an einem Wochenende des chinesischen Neujahrsfestes einen solchen Ausflug durchziehen (Merke: Nicht am Wochenende des Neumondes zwischen dem 21 Jan. und dem 21. Feb.;-). Und dann auch noch so blauäugig anzunehmen, Morgens um 8 Uhr wäre wohl eine gute Zeit um damit zu starten (Noch'n Merke: Je früher desto besser). Als ich also da stand und den Damm über den Wassergraben und die Menge von Menschen betrachtete die sich dort drüberwälzte, wurde es mir klar; Alle haben sie das gedacht. Also, schön die Ameise machen und hopp, hopp, drauf auf die Ameisenstraße.

Angkor-Darsteller widerwillens

An dieser Stelle möchte ich auf das 2. Kambodscha Video - Mit dem Tuk-Tuk nach Angkor Wat - verweisen.

Einfach Atemberaubend, die Hitze, der Staub und die vielen Menschen. Schatten gibt es nur im zentralen Tempel oder weit weg davon im umliegenden Wald. Allein die Größe des Tempels und die schiere Masse an bildhauerischen Feinarbeiten ist umwerfend.

Angkor Wat, wat 'ne Menge Girls-Girls-GirlsJeder Zentimeter der hunderte Meter langen Mauern des äußern Rings und der inneren drei Galerien ist aufwändigst bearbeitet, drinnen sowie draussen. Wahnsinn, wieviele Generationen Steinmetze ... und wieviele Bauarbeiter ..?! Ich war schlicht überwältigt. So viele brutale Kriegszenen und besänftigende Götterbilder, bestimmt genauso viele, wie hübsche und ebenso bar- wie vollbusige Mädchen, vor hunderten von Jahren in den harten Stein gehauen und somit ewig jung und wortwörtlich knackig. Tilt, ich hatte irgendwann keine Lust mehr weiter die Stufen hoch und runter zu hecheln und begab mich auf den Rückweg.

Meine Wasserflasche war inzwischen genauso erschöpft wie ich und das Wasser längst durch die Haut, in die Klamotten geschwitzt und daraus wieder verdunstet. Also begab ich mich auf direktem Wege und flinken Fußes in den nächstgelegenen Schatten. Der südliche bewaldete Bereich war mein Ziel, die dort angesiedelte Schule mit richtigem Wat und Mönchen, dort gab es Schatten und bestimmt auch Wasserverkäufer. Doch kaum trat ich in den Schatten der Bäume, stand mir da ein kleines Mädchen im Wege und wollte mir unbedingt ein Buch über Angkor Wat, geschrieben in 7-8 Sprachen, verkaufen. Ich aber wollte nur 'ne Flasche Wasser und fragte im Vorbeigehen 'can I drink it?'

Gutes Buch über Angkor 4-3-2 Dollar

'Nooo' gab Sie zögernd zurück 'but it's a good book, only 4 Dollars.' Ich hatte das rettende Wasser erreicht und kaufte gleich noch Flasche 2 und 3, während ich die erste in mich hinein schüttete. Die Kleine war mir gefolgt, hielt sich aber sicherheitshalber fünf Schritte zurück, zwei Schritte mehr, als für ein ordentliches Verkaufsgespräch erforderlich, vermutlich aufgrund des etwas irren Blickes eines Verdurstendens. '3 Dollar?' Ich mußte, wegen des deutlich hörbarem Fragezeichens, lachen und verschluckte mich daher an dem kläglichen Rest der zweiten Flasche. Sie ging noch einen Schritt weiter zurück, nun absolut sicher, einen total Wahnsinnigen vor sich zu haben. 'Ok, for you only 2 Dollar' - '2 Dollar and 1 Foto' erwiderte ich, machte das Foto und gab ihr die zwei Dollar. Ich nahm das Buch aus ihrer weit vorgestreckten Hand und das Mädel kratzte sofort die Kurve. Sie lief blitzschnell wieder zu der Stelle zurück, an der die halb verdursteten Touristen in den rettenden Schatten taumeln. Schlaues Mädchen.

'Mit einer Flasche schaffe ich es locker zurück zum Tuk-Tuk' sprach ich zu mir selbst und erwischte mich kurz darauf, während ich von einem Schatten zum Nächsten schlich, wie ich das alte und heiligste aller Mantren, 'Om' vor mich hin grummelte. Allerdings in der etwas abgewandelten Form des 'Omlett, Omlett, oh Omlett'. Also auch ich, ich Banause, Pauschaltouri und schlimmster aller Neckermänner. Nix anderes als Fressen im Kopf. Angkor Wat ist voll AnstrengendAber auch das ist eine alte Wahrheit, die mir eine weise Inderin vor ein paar Jahren hat zukommen lassen: 'Die Menschen reisen um die halbe Welt auf der Suche nach 'Om' und dann, kaum sind sie angekommen und fragen sie nur noch nach Omlett'. Diese leichte Form der spirituellen Selbstreinigung vollzog sich auf dem Rückweg zum Parkplatz und ich amüsierte mich köstlich dabei. Dort angekommen fand ich meinen Fahrer fest und friedlich schlafend im Tuk-Tuk, ließ ihn weiterschlafen und suchte mir mein Omlett. Als ich mir gerade noch einen göttlichen Fruchtsalat verinnerlichte, stand auch schon mein Fahrer neben mir und strahlte 'I find you, are you ready?' - ' Well, its nearly done'.

Also fuhren wir weiter, wieder nur ein kurzes Stück und kamen Minuten später zum Tempel 'Angkor Thom' oder 'Bayon'. Das ist der Tempel mit den vielen Gesichtern, in dem guten Buch des kleinen Mädchens steht geschrieben, 54 Gesichter sollen es sein, ich habe nicht nachgezählt. Aber eines fiel mir dort ganz besonders auf, zwischen den vielen, vielen Touristen gab es ungeheuer viele junge Frauen mit zum Zopf geflochtenen, langen Haaren, Tank-Shirts und sportlichen Wolfshaut-Hosen, eine Zeit lang dachte ich darüber nach 'An wenn erinnern mich all diese Frauen nur'.

Angelina 001-003

Dann sah ich drei von ihnen vor der Kamera einer vierten posieren und da fiel es mir wie Schuppen von den Augen. 'Angelina Jolie', na klar, die sind alle auf den Spuren der Diva unterwegs. Auch ein Grund um die halbe Welt zu reisen ..., es muß nicht immer und ausschliesslich das 'Om' sein.

 

Fortsetzung folgt ...

 


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5 Videos gedreht in Kambodscha
- Sihanoukville, Kep, Phnom Penh, Siem Reap und Angkor Wat -
Januar 2013 und Februar 2014


Kambodscha 2014 - Sihanoukville Tourismus-Hotspot an der Küste von Kambodscha

1. Kambodscha Video 2014

Sihanoukville, Tourismus-Hotspot an der Küste von Kambodscha

Weißer Sand und blitzblanke Hotels, eine enorme, dem Ballermann ebenbürtige, Liegestuhldichte an den flachen Stränden und eine gut funktionierende Infrastruktur, Sihanoukville bietet alles was ein Tourist heutzutage ...

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Kambodscha 2014 - Kep, restart eines touristischen Highlights aus der Kolonialzeit

2. Kambodscha Video 2014

Kep, restart eines touristischen Highlights der Kolonialzeit

Kep ist der Name einer kleinen Stadt und eines Bezirkes an der Küste Kambodschas, etwa 50 km westlich der Grenze zu Vietnam. Der Ort erstreckt sich über mehrere Kilometer entlang der Küstenstraße ...

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Kambodscha 2013 - Das Schnellboot

1. Kambodscha Video 2013

Mit dem Schnellboot von Phnom Penh nach Siem Reap

Früh am Morgen, so gegen 7:30 Uhr, startete das Boot in Phnom Penh und flitzte über den Tonle-Sap-Fluß und den Tonle-Sap-See, 300 Kilometer Richtung Nordwesten bis nach Siem Reap ...

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Kambodscha 2013 - Angkor Wat

2. Kambodscha Video 2013

Mit dem Tuk-Tuk nach Angkor Wat

Angkor Wat ist sehr beeindruckend und riesig groß, aufwendige Steinmetz-Arbeiten zieren jeden Zentimeter seiner Mauern ...

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Kambodscha 2013 - Apsara Dance

3. Kambodscha Video 2013

Apsara Dance in Siem Reap

Eigentlich wollte ich nach einem anstrengenden Tag, mit 1000 Touristen ohne Kontrabass - in Angkor Wat und den umliegenden Tempeln, nur noch etwas essen und dann ab ins Bett. Doch plötzlich war da etwas im Gange, sich sehr langsam bewegende Tänzerinnen betraten die Bühne und so manches Essen wurde kalt ...

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Etliche meiner Bilder finden Sie auch bei Panoramio

und die Videos bei YouTube

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