Reisebericht Çirali
Die Bucht der Schildkröten und die antike Stadt Olympos

Originalkarte in höherer Auflösung - Quelle: PCL Map Collection University of Texas

März 2005 - Mit dem Auto verließen wir Antalya in südwestlicher Richtung und fuhren die Küstenstraße bis kurz hinter Ulupinar. An einem unscheinbaren Hinweisschild - Cirali 7 km - bogen wir dann nach links ab. Die Straße nach Cirali ist nicht wirklich schlecht, aber wegen einiger Schlaglöcher und vieler Kurven muß man doch sehr aufpassen.
In Serpentinen schlängelt sich die Straße steil bergab, linker Hand begleitet ein rauschender Bergbach den Straßenverlauf und man hat das Gefühl immer tiefer in eine verwunschene Schlucht hinein zu kommen.
Am Ende der Bergabfahrt führt die Straße über den Bach. Diese Brücke ist die einzige Möglichkeit mit dem Auto in die Bucht zu fahren. Im Winter kommt es schon mal vor das die Brücke vom Wasser überspült wird, dann ist Cirali für einige Tage nicht erreichbar.
Die Bucht von Cirali ist eine grüne Oase,
es gibt zwar auch hier jede Menge Felsen und Steine aber da die Bäche nicht nur reichlich Wasser, sondern auch fruchtbares Erdreich von den Bergen mitbringen, ist diese Bucht sehr gut geeignet für den Obst- und Gemüseanbau.
Orangenhaine bestimmen das Bild, aber auch Zitronen-, Granatapfel-, Pfirsich- und Mandelbäume gedeihen hier besonders gut.
Die gesamte Gegend steht unter Naturschutz (Olimpos Beydaglan), als besonders Schützenswert gilt die antike
Stadt Olympos am südlichen Ende der Bucht. Gut ist das aber für die ganze Bucht, denn es darf nicht gebaut werden, insbesondere ist das auch vorteilhaft für die Meeresschildkröten der Art "Caretta Caretta" die, wie seit ewigen Zeiten, in Sommernächten zur Eiablage an den Kiesstrand kommen. Der WWF und andere regionale Tier- und Umweltschutzgruppen kümmern sich darum, diesen gefährdeten Tieren eine sichere Eiablage zu gewährleisten.
Nach Überquerung der Brücke kann man auf dieser einzigen Straße rund um die gesamte Bucht fahren und kommt so irgendwann wieder zu der Brücke am Ortseingang. Wer eine Bleibe sucht wird schnell fündig in Çirali, etliche kleine und mittel große Pensionen liegen links und rechts der Straße.
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Sehen Sie dazu das Video:
"Türkei - Cirali - März 2005"
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- Dostlar Evi - Die Pension unserer Wahl -
"Dostlar Evi" heißt "Haus der Freunde".
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Wenn dieses Schild nicht an der Straße stehen würde könnte man glatt vorbeifahren ohne das "Dostlar Evi" zu bemerken, denn die Pension liegt versteckt hinter Orangen- und Zitronenbäumen. Von der Straße aus ist die Frühstücksterrasse vor der Küche selbst im März kaum zu sehen.
Im Sommer wenn alles zugewachsen ist sieht man sicherlich rein gar nichts mehr von der Pension im Orangenhain.
Vier kleine Häuser stehen auf dem Gelände der Pension, die Küche und das Wohnhaus der Eigner nicht weit von der Straße und zwei Gästehäuser weiter hinten in dem weitläufigen, liebevoll gestalteten und sehr gepflegtem Garten.
Jeweils ein eigener Eingang führt in die großzügig bemessenen Zimmer mit Balkon oder Terrasse, Klimaanlage und stabilen Metall-Mückengittern vor den Fenstern.
Zu jedem Zimmer gehört ein Badezimmer mit Toilette, Dusche und einem Waschbecken mit Rasierspiegel.
Der Garten und das ganze Gelände der Pension sind derartig schön, dass es völlig unnötig erscheint sich von dort wegzubewegen. Diese Anfälle von Bequemlichkeit vergehen aber spätestens nach dem ausgiebigen Frühstück, welches Mevlüt der Chefkoch, genauso gut und sorgfältig zubereitet wie die traumhaften Abendessen.
Um also Platz fürs Abendessen zu schaffen ist man förmlich gezwungen die Gegend zu erkunden ;-)
Dostlar Evi - Pansiyon & Restaurant
Mevlüt Darbas
Tel.: 0090 (0) 242 825 72 36
gsm: 0090 (0) 537 659 10 12
Çirali - Kemer - Antalya - Türkiye
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Da gibt es einen eigens angelegten Aussichtspunkt über dem Garten, der einen sagenhaften Blick über die gesamte Bucht bietet,
die Hügel von Chimera im Norden, hinter der Moschee das Meer im Osten, bis hin zu dem Berg von Olympos im Süden.
Vom "Dostlar Evi" geht man bis zum Strand etwa 10 Minuten durch Orangenhaine.
Ganz hinten im Süden, da wo die Berge zu einer Schlucht zusammen laufen, liegt der Eingang zum antiken Olympos. Eine halbe Stunde am Strand entlang Spazieren gehen und schon ist man da.
Die antike Stadt 'Olympos'
Von Çirali aus gibt es zwei Wege nach Olympos, der einfachere und kürzere Weg ist der am Strand entlang, da muß man nur durch den etwa fünf Meter breiten Bach waten. Die andere Möglichkeit ist über die Brücke und dann am südlichen Ufer des Baches entlang, da kann man trockenen Fußes laufen muß aber irgendwann hoch in den Fels und über eine klapperige Leiter wieder runter klettern.
Den ersten Gang nach Olympos haben wir also am Strand entlang gemacht und sind dann barfuss durch den Bach gewatet. Auf diesem Wege kommt man auch direkt an dem Felsentor vorbei.
Bei unserem zweiten Spaziergang wollten wir den anderen Weg ausprobieren und haben uns, um die Leiter zu vermeiden, dabei immer höher in den Berg gewagt. Dieser Weg war zwar erheblich länger und beschwerlicher aber dafür auch um so schöner.
Da gilt es, den Ziegen gleich, gewundene Pfade zu erklimmen mit Kräuterbüschen links und rechts zwischen den Felsen. Oben vom Berg aus hatten wir eine tolle Aussicht über den Strand und die Mündung des Baches der Çirali von Olympos trennt.
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Als wir den Berg überwunden hatten und auf der anderen Seite wieder heruntergeklettert waren,
standen wir mitten in Olympos. Die Überreste dieser antiken Stätte lassen erahnen das es sich einstmals um eine große, bedeutende und wohlhabende Ortschaft gehandelt haben muß. 
Die Stadt hat eine sehr bewegte Geschichte hinter sich, erst war sie eine der wichtigsten Städte des lykischen Bundes, dann wurde sie von Piraten erobert und geplündert. Schließlich, als die Mächtigen dieser Zeit genug hatten von den umtriebigen Piraten, haben die Römer die Stadt eingenommen und auch wieder geplündert.
So sind also recht viele Sarkophage und nur noch wenige Mauerreste übrig geblieben von der einstmals prächtigen Stadt.
Mitten durch die Ruinen von Olympos fließt ein Bach den man jedoch problemlos durchwaten kann, um zu den Sehenswürdigkeiten auf der anderen Seite zu kommen. Das Theater ist ziemlich verfallen, nur der Bühneneingang und ein paar Sitzreihen sind noch existent, aber die ursprünglichen Ausmaße dieser Spielstätte sind noch gut zu erkennen.
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Um Olympos richtig zu erkunden sollte man mindesten einen ganzen Tag, besser noch zwei Tage, einplanen. Hinter jeder Ecke und jedem Gebüsch findet man etwas Interessantes. Zwischendurch kann man sich, bei einem der einheimischen Obstbauern, einen frisch gepressten Orangensaft gönnen.
Es ist spät geworden, was Mevlüt wohl gekocht hat?
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Aktualisiert (Dienstag, den 02. August 2011 um 16:43 Uhr)
Türkei - Cirali









